Mehr als nur Rechnen: Podcast über die Didaktik der Mathematik
Shownotes
Das Verhältnis einiger Menschen zur Mathematik ist von Distanz und Unbehagen geprägt – häufig bereits seit der Schulzeit. Dabei könne grundsätzlich jeder einen Zugang zur Mathematik finden, sagt Prof. Dr. Gilbert Greefrath, Mathematikdidaktiker an der Universität Münster. „Das Fach hat vor allem ein Imageproblem. Wer sagt, er könne kein Mathe, bekommt dafür häufig Zuspruch. Das ist bei kaum einem anderen Schulfach zu beobachten“, gibt der Wissenschaftler in der neuen Folge des „Umdenken“-Podcasts zu bedenken.
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00:00:00: Als ich mich in den vergangenen Tagen auf diesen Podcast vorbereitet habe, dachte ich zwischendurch es scheint kaum einen prominenten oder wissenschaftler zu geben der sich im Laufe seines Lebens nicht zur Mathematik geäußert hat.
00:00:11: Ich will Ihnen zwei Beispiele geben.
00:00:13: Zitat Die Mathematika ist das Urbild der Schönheit der Welt.
00:00:17: Das hat der Astronom Johannes Keppler mal gesagt.
00:00:21: Zweites Zitat stammt vom britischen Autor Philipp Kerr Mathematik ist der Leim, der die rational gewordene Welt zusammenhält.
00:00:30: Welches Zitat gefällt Ihnen besser?
00:00:33: Er hat die Schönheit, die gefällt mir schon sehr gut und ich glaube er kann mich gerade jetzt spontane meisten abgewinnen.
00:00:48: Danke für diese erste Einschätzung.
00:00:49: damit willkommen zum Umdenken zu einer neuen Podcastfolge der Universität Münster!
00:00:54: Ich freue mich über Ihr Interesse.
00:00:56: mein Name ist Norbert Roberts, ich bin Pressesprecher der Universität.
00:01:00: Wie würden Sie eigentliche Mathematik definieren?
00:01:03: Die Frage ist allein deswegen berechnet weil es keine allgemeinen anerkannte Definition gibt.
00:01:08: heute wird die üblicherweise als eine Wissenschaft beschrieben die Zitat selbst geschaffene abstrakte Strukturen entsprechend der Logik auf ihre Eigenschaften und Muster untersucht.
00:01:21: Fakt ist dass das sich um einer der ältesten Wissenschaften handelt.
00:01:24: Ihre erste Blüte erlebte sie noch vor der Antike in Mesopotamien, Indien und China.
00:01:29: Später auch in Griechenland und im Hellenismus.
00:01:33: Fakt ist auch, dass kein Schulfach so konkret und gerecht ist wie man sagt für die Mathematik.
00:01:39: Es gibt immer klare und eindeutige Ergebnisse.
00:01:43: Man kann also nicht mit Rhetorik und Blenden den einen oder anderen Leistungspunkt heraus schienen.
00:01:48: Ist das vielleicht einer der Gründe dafür, dass viele Schüler großen Respekt vor diesem Fach haben?
00:01:53: dass häufig sogar von Mathe als Angstfach die Rede ist.
00:01:57: Und stimmt es eigentlich, was viele Mathe-Skeptiker sagen?
00:01:59: Dass man Mathe in der Schule pauken muss und spätere Leben aber gar nicht mehr braucht – wie schafft man das also, dass Mathematik vielleicht sogar vom Angstfach zur Lieblingsdisziplin wird?
00:02:10: Das und vieles mehr will ich von meinem heutigen mathematisch versierten Gast erfahren, den ich Ihnen im Folgen kurz vorstellen möchte!
00:02:18: Professor Dr.
00:02:19: Gilbert Greffrath hat von Physik und Informatik auf Lehramt beziehungsweise Mathe-Diplomen an der Universität Münster studiert.
00:02:31: Am fach Mathematik hat er promoviert, danach seine Referendariat in einem Essener Gymnasium absolviert.
00:02:37: Bis im Jahr eight war der Studienrat einer Friedensschule in Münster eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe.
00:02:43: Parallel dazu waren ja auch wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Münster und Wuppertal.
00:02:50: Er wechselte danach als Professor für Mathematik und ihre Didaktik mit dem Schwerpunkt der Sekundarstufe an die pädagogische Hochschule Karlsruhe, danach an die Universität zu Köln.
00:03:01: Und seit Jahrzehntelten ist er schließlich Professor für Matematik-Didaktik bei dem Schwerkpunkt Sekundastufen an der Universität Münster.
00:03:09: Er ist Mitglied in zahlreichen Vereinigungen.
00:03:12: Beispielsweise fungierte er als Mitglied des Herausgebergremiums der Zeitschrift didaktik in Forschung und Praxis.
00:03:20: Schließlich ist er im Fachbereich Mathematik und Informatik der Universität Münster Prodikan für Studienorganisation, Studienplanung und berufspraktische Tätigkeiten.
00:03:31: Ich freue mich sehr dass Sie sich heute für uns und diesen Podcast Zeit nehmen.
00:03:35: Willkommen Herr Grifert.
00:03:37: Ja vielen Dank.
00:03:37: ich freu mich auch sehr das ich hier sein kann.
00:03:40: Herr Grief hat Hand aufs Herz.
00:03:42: sie haben ihr Leben lang viel mit Mathematika zu tun gehabt oder sehr lange.
00:03:45: zumindest Gab es auch einen Moment, an dem auch Sie an Mathe gezweifelt haben?
00:03:50: An dem sie vielleicht sogar in Mathematik verzweiflet sind.
00:03:53: Es gibt natürlich immer im Laufe des Studiums zum Beispiel Momente wo man gerade nicht so weiter kommt wie man sich das wünscht und ich glaube grade der Moment des Wechseln von der Schule an die Hochschule ist so einer wo mein Mathematick plötzlich nochmal ganz anders erfährt als man es schon kennt.
00:04:13: Und da gibt es dann sicher auch Momente, wo man sich fragt ob man das wirklich schaffen wird.
00:04:18: Aber am Ende ist es gut ausgegangen.
00:04:21: Das heißt daraus schließe ich dass sie sich wahrscheinlich ganz gut in viele Schüler reinversetzen können die dann Mathematik studieren wollen.
00:04:29: diesen Respekten kennen Sie aus eigener Anschau in gewisser Weise?
00:04:33: In gewisserweise ja und ich glaube das ist natürlich auch so zeigen eine Gemeinsamkeit von allen Mathematik-Lehrkräften, dass sie selber ja auch Mathematika studiert haben und diese Erfahrungen gesammelt haben.
00:04:46: Und deswegen vielleicht auch Schülerinnen und Schüler gut verstehen können die an einer oder anderen Stelle mal nicht weiterkommen.
00:04:55: Wenn Sie mal auf einer Party erzählen oder zu Gast sind bei einer großen Gesellschaft das hier Mathematiker sind was ist die häufigste Reaktion um Gottes Willen bleiben Sie mir weg damit?
00:05:04: Oder mein Gott ist das faszinierend!
00:05:07: Naja, das ist so ein bisschen unterschiedlich.
00:05:09: Das ist nämlich die Frage ob die Leute eher auf Mathematik oder auf Mathematik didaktik hören.
00:05:15: und wenn sie das Wort Mathematikk hören dann führt es manchmal zu in der Regel heftigen Reaktionen, die sehr positiv und sehr negativ sein können.
00:05:25: aber dazwischen hört man wenig.
00:05:28: Und bei der Mathematik-Didaktik wird eigentlich immer darauf wertgelegt, dass das eben besonders wichtig ist.
00:05:35: Dass man sich fragt wie kann man Mathematika gut unterrichten?
00:05:38: Wie kann man Matematik gut lernen?
00:05:41: Wie können wir dafür sorgen, dass unsere Schülerinnen und Schüler eben nicht an Mathematikk verzweifeln?
00:05:46: Das heißt würden Sie mir zustimmen wenn ich sage ja ich habe jetzt nicht übertrieben in meinem Intro als ich gesagt habe... ...das Mathematick auf der einen Seite faszinierend ist!
00:05:55: Auf die anderen Seite für viele Angst oder Respekt einflößt.
00:05:58: Sie sagten gerade dazwischen gibt es wenig bei diesen Reaktionen, das geht so ein bisschen in diese Richtung?
00:06:03: ist da was dran?
00:06:05: Also vielleicht ist da etwas dran aber ich hoffe dass es mittlerweile nicht mehr so ist.
00:06:10: Sicher ist Mathematik immer noch eine wenig bekannt als das Angstfach und das könnte ja damit zusammenhängen dass man gerade in Mathematika häufig sehr schnell erkennen kann ob etwas richtig oder falsch ist Und davon sozusagen ein bisschen Angst hat, dass es eben falsch ist.
00:06:30: Das Zweite was in Mathematik natürlich eine Schwierigkeit ist das es hierarchisch aufgebaut ist, dass man im Grunde Grundlagen braucht um auf die nächste Stufe zu kommen und so weiter und wenn man irgendwann mal Probleme gehabt hat dann kann es eben sein dass man immer wieder mal Schwierigkeiten hat wenn man nicht schafft diese Lücken sozusagen zu schließen.
00:06:53: Also das könnte natürlich dazu beitragen, dass Mathematik jetzt als besonders schwierig empfunden wird, obwohl es eigentlich ja auch ein ganz normales Schulfach ist... Das
00:07:02: wollte ich gerade fragen!
00:07:03: Ist es denn auch objektiv schwieriger als andere Fächer?
00:07:06: Das glaubt man vielleicht so oder ist das nur eine Erzählung die von Generation zu Generation weitergetragen wird?
00:07:15: Ich fürchte, dass auch vieles ein bisschen an der Erzählung hängt und das es sozusagen eine Frage des Images ist.
00:07:21: Also man kann ja offenbar irgendwie in der Gesellschaft sagen, dass man nicht matte kann und keiner findet das so richtig schlimm.
00:07:31: Wenn man das für andere Fächer machen würde, würde man wahrscheinlich schon ganz anders angeschaut werden...
00:07:36: Also keiner traut sich wahrscheinlich zu sagen, daß er kein Englisch kann!
00:07:39: So ist es, ja.
00:07:40: Also da wär man vorsichtig.
00:07:41: aber bei Mathe traut man sich und es hat sich in der Vergangenheit sogar gezeigt das auch Prominente mal getraut haben zu sagen dass sie Mathe nicht können
00:07:51: Und alle applaudieren und lachen und finden das irgendwie cool.
00:07:56: Das ist also ein bisschen eine Imagefrage.
00:07:59: und andererseits glaube ich die Leute die gut Mathe können, dass sie vielleicht weniger davon reden und dass das einfach deshalb nicht so auffällt, dass es auch eine ganze Reihe von Menschen gibt die gut Mathe können und denen Mathe Spaß macht.
00:08:15: Und deswegen sozusagen vielleicht müssen wir ja einfach ein bisschen am Image arbeiten weil ich glaube jeder kann einen Zugang zu Mathematik finden.
00:08:25: Jetzt ist es ja so wie Sie gerade gesagt haben, dass manche auch in der Öffentlichkeit ein bisschen damit kockertieren.
00:08:29: Dass sie kein Mathe können oder das überhaupt nicht schlimm finden.
00:08:32: Ist es andersrum dann vielleicht besonders wertvoll?
00:08:34: Oder ratsam?
00:08:35: Oder wäre es hilfreich wenn der eine oder andere genau das Gegenteil mal sagen würde und sage ich steh auf Mathe Ich finde das prima Und ich habe das früher schon geliebt und ich brauche es jetzt heute in meinem Beruf nicht mehr aber ich finde es faszinierend dieses Fach also dass man da auch positive Stimmen hört
00:08:51: die es vielleicht
00:08:52: zu selten gibt.
00:08:53: Mathe ist toll keine Frage Und ich glaube, das sollten wir öfter hören.
00:08:58: Wir hatten vor langer Zeit ja mal das Jahr der Mathematik in dem irgendwie versucht wurde deutlich zu machen, Mathematika ist überall und es ist eben gar nicht so wie Sie gerade angedeutet haben.
00:09:09: und Mathe brauche ich heute nicht mehr sondern eigentlich brauchen wir immer mal wieder Mathe und wir haben viel zu tun mit Gegenständen die darauf beruhen dass sie das quasi Mathematick in ihnen steckt und häufig machen uns das nur nicht bewusst.
00:09:25: Becherolle spielen ihre Erfahrungen nach, ihrer Beobachtung nach.
00:09:30: Auch die Eltern, die vielleicht selbst in ihrem Elternhaus oder mit ihren Kindern so etwas besprechen und sagen ach Mathe konnte ich auch nie!
00:09:39: Also tradiert sich das dann auch fort?
00:09:42: Und spielt es vielleicht auch eine Rolle dass die Kinder das da nicht mehr so ernst nehmen oder sagen ja Gott wenn meine Eltern das schon nicht konnten dann muss sie das ja auch nicht lernen.
00:09:50: Ich weiß nicht, vielleicht spielt das eine Rolle.
00:09:53: Aber ich glaube wir haben viele andere Chancen um für Mathe Werbung zu machen und ich würde denken dass die Erfahrungen in der Schule die wichtigen sind aber natürlich kann man auch schon vor der Schule anfangen.
00:10:04: also es gibt ja auch Projekte in den Mathematik auch schon vorder Schule erfolgreich vermittelt werden kann und ich denke diese Chancsen sollten wir natürlich auch nutzen.
00:10:17: Gibt es eigentlich so etwas wie ein, ich nenne das jetzt mal Unfachmännischmattegehen oder ist das ein Mythos hinter dem sich viele verstecken?
00:10:25: Also ist das tatsächlich so dass aus bildungswissenschaftlicher Sicht vielleicht so eine Unvereinbarkeit herrscht zwischen Mathematik oder anderen naturwissenschaftlichen Zweigen und vielleicht geisteswissenschaftliche Zweigen.
00:10:38: Viele behaupten das ja weder man kann Mathe- oder man kann Sprachengut.
00:10:41: Ist da irgendwas dran oder ist auch eher Stichwort Mythos?
00:10:46: Es ist vielleicht ein bisschen müthos.
00:10:49: Ich kenne auch viele Leute, die alles gut können und daher wäre das ja schon ein Beleg dafür, dass es nicht so zwangsläufig sein muss.
00:10:56: Natürlich gibt es Menschen, die besser sind in Sprachen und natürlich gibt es einen Menschen, der besser sind im Naturwissenschaften.
00:11:04: aber ich würde das jetzt auch nicht polarisieren und ich verhalts auch ein bisschen für gefährlich zu behaupten Dass es einfach Leute gibt, die kein Mathe können weil wenn wir einmal zu der Gruppe gehören würden, dann bräuchten wir uns auch gar nicht mehr anzustrengen Mathe jemals zu lernen.
00:11:20: Also ich glaube jeder kann Mathe lernen bis zu einem gewissen Grad und wir müssen eben dafür sorgen dass jeder nach seinen Möglichkeiten das auch kann.
00:11:31: Sie sprachen ja schon das Image an, dass vielleicht jetzt nicht unbedingt das Beste ist.
00:11:35: stellen sie denn irgendwie fest in ihrem Beruf, dass sich das gewandelt hat oder ist das gleich bleiben schlecht?
00:11:41: Oder tut sich da irgendetwas?
00:11:43: Ich würde jetzt mal in Ihrem Sinne sagen, zu Gunsten von Mathematik.
00:11:48: Also ich glaube schon das sich was tut und ich glaube es liegt auch daran dass man immer mehr erkennt, dass Mathematika eben für unsere Gesellschaft auch wichtig ist und dass wir auch Menschen brauchen die gut Mathematikkönnen Und dass wir uns eben auch immer mehr sozusagen Mühe geben Mathematick in der Schule sozu vermitteln Dass man es gut versteht.
00:12:11: Und ich glaube, das Verstehen ist das Entscheidende.
00:12:15: Denn die vielen schlechten Erfahrungen, die vielleicht vermittelt werden durch Leute, die in der Schule eher mehr oder weniger unverstanden Algorithmen auswendig lernen mussten, sind ja vielleicht eher das Problem.
00:12:32: Also ich glaube, man kann Dinge einfach... wenn man sie verstanden hat, kann man natürlich auch die entsprechenden Berechnungen ausführen.
00:12:39: Aber dann weiß man noch was man tut und warum man das macht?
00:12:43: Jetzt wollen wir ja sicherlich keinen Schulbashing betreiben aber wie viel Schuld großes Wort trägt das Schulsystem?
00:12:52: Ist es der Lehrplan, die eine Methodik oder auch die Prüfungskultur, die da vielleicht auch so eine gewisse Angst oder so einen Respekt geradezu fördert?
00:13:00: Oder hat sich da auch etwas getan?
00:13:02: So gesehen seht ihr für uns vielleicht heute sowieso der perfekte Gesprächspartner, weil Sie das Schulsystem auch ganz gut kennen aus eigener Anschauung.
00:13:10: Wie viel steckt Ihnen im Schulsystem an Systematik, dass vielleicht diesen Respekt vor der Mathematik geradezu befördert?
00:13:17: Das Schulsystem ist natürlich ein wichtiger Punkt.
00:13:21: aber ich glaube wir sind dabei sehr viel auf vielen Ebenen zu erreichen und wir haben erkannt, einfach nur dann was ändern können, wenn wir auch wirklich mit den Lehrkräften arbeiten und auf systemischer Ebene nicht nur in einzelnen Klassen sondern auch in der Kooperation von Lehrkräfte.
00:13:42: Also gerade gibt es ein großes Programm mit dem Namen Startchancen, das dafür sorgen soll dass der hohe Anteil von Schülerinnen und Schülern die die Mindeststandards nicht erreichen kleiner wird.
00:13:55: und dazu arbeitet man.
00:13:58: Man verwendet auch viele Ressourcen dafür und dazu arbeitet man in allen Ländern sehr hart daran, dafür zu sorgen dass Schülerinnen und Schüler eben Mathematik auch verstehen können.
00:14:09: Was empfehlen Sie denn auch?
00:14:11: oder was würden sie Eltern empfehle?
00:14:13: In deren Kind nach Hause kommt und sagt boah ich hasse Mathe!
00:14:16: Ich kann das einfach nicht.
00:14:19: Was würden Sie denen sagen?
00:14:20: wie kann man vielleicht schlicht und einfach im Elternhaus ein bisschen Begeisterung oder Neugier für dieses Fach wecken?
00:14:27: Ich würde mit den kleinen Problemen anfangen und mal fragen, was ist denn das Problem?
00:14:31: Und wo können wir denn mal schauen.
00:14:34: Und viele Dinge können Eltern ja auch mit ihren Kindern vielleicht mal zusammen besprechen.
00:14:40: Das könnte sozusagen erster Erfolgserlebnisse liefern die dann weiter dazu führen dass es eben auch keine pauschale Abneigung gibt.
00:14:50: in Mathematik hat man auch vor vor längerer Zeit schon mal Einstellungen oder, wie wir sagen Beliefs zu Mathematik erhoben.
00:15:00: Und es gibt eben auch viele Einstellungszumathematik die nicht zutreffend sind.
00:15:06: Dass Mathematika etwa nur so formalistisch ist oder dass jede Aufgabe eine Lösung hat.
00:15:15: Es gibt dagegen natürlich auch die Einstellung, dass man mit Mathematik Alltagsprobleme lösen kann.
00:15:20: Also es gibt natürlich auch zutreffende Beliefs aber es gibt eben auch viele, die nicht ganz zu treffen.
00:15:26: und da muss man sich natürlich fragen ob... irgendwie unser Unterricht dazu beigetragen hat, denn häufig ist es natürlich leichter in einer Klassenarbeit eine Rechnung durchführen zu lassen als eine offene Argumentationsaufgabe oder eine Modellierungs- oder Problemlöseraufgabenzustellen.
00:15:45: Können digitale Tools KI oder die sogenannte Gamification die Angst vor Mathe nehmen?
00:15:52: Oder ist das nur irgendwas, was heutzutage parallel dazu stattfindet.
00:15:58: Und ich will das ergänzen um eine Frage die uns aus dem sozialen Medien auch in Vorbereitung auf diesen Podcast erreicht hat wie kann man mit digitalen Lernspielen arbeiten?
00:16:07: können sie das irgendwie unterstützen oder sind Sie erhinderlich in diesem Zusammenhang?
00:16:12: Wie würden Sie das einschätzen?
00:16:14: also mit digitalem Tools kann man auf jeden Fall dafür sorgen dass man vielleicht besser Mathe lernen kann Und wir haben ja sogar beide Sichtweisen auf Medien, also einmal in Medien um Mathematik zu lernen und einmal natürlich auch im Mathematikanterricht der einen Beitrag liefern soll um den Umgang mit Medien zu lernen.
00:16:36: Ich denke schon dass es gut ist wenn wir die Möglichkeiten nutzen wenn wir zum Beispiel diese Visualisierungsmöglichkeiten von digitalen Medien nutzen um Dinge zu veranschaulichen und vielleicht auch individuelles Lernen stärker zu ermöglichen.
00:16:53: Aber man darf natürlich, oder man muss sich klarmachen, dass die Medien falsch genutzt werden könnten.
00:17:03: Und dann eben nicht den positiven Effekt
00:17:07: haben.
00:17:07: Also nutzen aber richtig viele sagen ja komm wir mal.
00:17:11: Herr Greff hat auch so zu dem Stichwort Alltagstauglichkeit.
00:17:14: Wofür brauche ich Mathe?
00:17:15: Sie kennen wahrscheinlich dieses ... diesen häufig benutzen Satz, den auch ich schon oft gehört habe.
00:17:20: Ich hab's in der Schule halt gemacht, weil man es machen muss, aber danach hab' ich's halt nie wieder gebraucht oder ich vermute dass sich dann nach wie nie wieder brauchen werde.
00:17:28: was soll ich mit dem binomischen Formeln und all das damit zusammenbecken?
00:17:31: beispielsweise Ist da etwas dran?
00:17:33: Oder ist umgekehrt was dran, dass wir Mathematik sehr häufig brauchen ohne es vielleicht so richtig zu realisieren?
00:17:39: Ja, ich denke das zweite ist eher der Punkt wenn man sich fragt wofür lernen wir überhaupt Mathematika in der Schule.
00:17:46: Man könnte sich ja auch vorstellen, dass Mathematik keine so wichtige Rolle in der Schule spielt.
00:17:51: möglicherweise?
00:17:52: Ich wäre natürlich dagegen aber man könnte darüber nachdenken.
00:17:55: da muss man sich eben fragen warum ist Mathematika eigentlich als allgemeinbildendes Hauptfach wichtig?
00:18:02: und da gibt es eben so drei Bereiche die man da beschreiben würde.
00:18:05: einmal nämlich das Verständnis der Welt also den zum Beispiel auch den Umgang mit Daten oder finanzielle Bildung.
00:18:14: Das zweite wäre dann auch das Verständnis von Mathematik als eigenes Fach, dass man eben versteht wie Mathematika funktioniert.
00:18:22: Dass man Sätze aus Setzen ableiten kann und dass man am Anfang bestimmte Annahmen macht die wir Aktionen nennen und so quasi die Wissenschaft strukturiert.
00:18:34: Und das dritte wäre natürlich der Nutzen über Mathematikkinaus.
00:18:39: also man sagt ja Mathematikerinnen und Mathematikern nach, dass sie gut Probleme lösen können.
00:18:45: Also eben auch Probleme die gar keine mathematischen Probleme sind.
00:18:49: Und das wäre sozusagen so der dritte Bereich.
00:18:52: Also Mathematika ist ein wichtiges Fach aus allen diesen Gründen.
00:18:57: und immer wenn man in der Vergangenheit versucht hat einen dieser Gründe nur alleine anzuschauen dann war man in den Regeln nicht erfolgreich.
00:19:05: Das heißt, wenn ich sie richtig verstehe Herr Graf hat zum Beispiel fördert Mathe ganz gezielt das logische Denken und es muss dann nicht unbedingt was mit Mathematik zu tun haben sondern setzt in unseren Gehirn Kompetenzen und Eigenschaften frei die ich vielleicht auch auf anderen Gebieten nutzen kann.
00:19:20: Habe ich das richtig verstanden?
00:19:21: Genau und Kompetenz ist natürlich Ein gutes Stichwort in dem Zusammenhang, denn wenn wir auf die Kompetenzen schauen, die wir im Mathematikunterricht vermitteln wollen, dann sind da natürlich auf der einen Seite Algebra-Geometrie und dazu gehören auch von ihnen eben mal genannten binomischen Formel.
00:19:40: Auf der anderen Seite gibt es aber eben auch allgemeine Kompetenzen.
00:19:43: Problemlösen ist eine davon, aber dann gibt es auch noch Modellieren oder Darstellungenverwenden, Kommunizieren, Argumentieren – also alles Allgemeinekompetencen die wir brauchen um Mathematik erfolgreich zu machen und die zunächst mal unabhängig von den Inhalten sind, aber natürlich nur an mathematischen Inhalten auch gemacht werden können.
00:20:07: Stimmt das denn?
00:20:08: Oder würden Sie sagen dass Mathematik oder mathematisch denken, dass Gehirn auch im Alter fit hält.
00:20:14: Also weiß man darüber etwas?
00:20:16: Kann man mit fünfzig, sechzig oder siebzig Jahren Mathe lernen wenn man das in der Schule nie verstandert?
00:20:21: und bringt das für die geistige Fitness?
00:20:24: oder ist es jetzt ein bisschen spekulativ?
00:20:26: Da kenne ich mich nicht gut genug aus aber grundsätzlich ist es für die Geistige fitness immer gut weil man trainiert und natürlich kann man das auch mit Mathe machen.
00:20:36: also ich denke das ist schon ein guter Gedanke.
00:20:40: Können Sie uns mal vielleicht ein Beispiel nehmen, wo wir Mathe täglich nutzen ohne es zu merken?
00:20:45: Ob das jetzt im Supermarkt ist bei der Altersvorsorge oder – Sie haben gerade schon gesagt – das Stichwort modellieren.
00:20:50: Darunter können sich vielleicht nicht alle unsere Hörer was vorstellen.
00:20:53: Aber gibt es so ein Beispiel, wo sie sagen ja eigentlich ist das alltäglich aber wir merken's gar
00:20:58: nicht!
00:20:59: Ja, da gibt es viele Beispiele.
00:21:00: Eine wäre zum Beispiel die Verschlüsselung also sämtliche Arten von Verschlüsselungen auch von Emails behoben ja auf mathematischen Methoden, die irgendwas mit Primzahlen zu tun haben.
00:21:12: Also da kommt man sozusagen sogar an Inhalte heran, die man aus der Schule ein bisschen schon kennt und Man kann daraus wichtige Methoden verstehen, mit denen wir im Alltag täglich zu tun haben.
00:21:27: Aber das ist genau vielleicht auch das Problem.
00:21:30: Wir haben damit zu tun dass wir unsere Emails verschlüsseln aber wir denken vielleicht nicht immer an Mathematik.
00:21:37: wenn wir das machen so hat Mathematika quasi eine Relevanz für den Alltag aber sie bleibt da ein bisschen unbemerkt.
00:21:46: Kommen wir mal auch so ein bisschen von den Schuldiskussionen, die wir jetzt ja gewissermaßen hatten und der Alltagsdiskursion in Richtung Hochschule.
00:21:55: Wie weit ist denn das schulfach Mathematik und das akademische Fachmathematik voneinander entfernt?
00:22:00: Und ich werde es mal anders formulieren wie mit welcher Qualität im Durchschnitt?
00:22:05: natürlich kommen die Schüler an die Hochschulle, ist da eine große Lücke zwischen den beiden Welten oder sind sie schon ganz dicht dran und können sofort loslegen?
00:22:17: Ein Problem von Mathematik könnte sein.
00:22:19: Es ist natürlich dieselbe Wissenschaft und dasselbe Fach, aber ein Problem könnte sein, dass Mathematika an der Schule genauso heißt wie an der Hochschule.
00:22:28: Aber es sozusagen ein bisschen anders gelebt wird in Schule- und Hochschulen.
00:22:32: während man an der hochschule von den Aktionen aus versucht sehr ordentlich Dinge zu beweisen und einen starken Fokus darauf legt auch wirklich lückenlos Sätze zu beweise Ist das nicht unbedingt der Zugang an der Schule, aber es würde auch gar nicht funktionieren.
00:22:50: Wir können ja nicht im ersten Schuljahr unseren Schülerinnen und Schülern die Aktionen an die Tafel schreiben und dann den Rest der Mathematik dort aufbauen.
00:22:58: Also da sind die Zugänge andere und da legt man mehr Wertaufanwendungen und weniger Aufbeweise, die es zwar in der Schule gibt, mit dieser Anzahl, die man dann in der Hochschule kennenlernt.
00:23:12: Und das ist tatsächlich ein gewisserweise für viele Schülerinnen und Schüler ein Problem, dass diese Wechsel zwischen Schule- und Hochschulen eben ein bisschen anderes Arbeiten erfordert und dass dieser Wechsel aber doch relativ plötzlich stattfindet.
00:23:30: Nähert man sich da denn an?
00:23:32: Das wäre im Interesse Schule aber auch vielleicht der Hochschule, dass der Gap diese Lücke dazwischen nicht so groß ist.
00:23:39: Ist man da im Austausch miteinander oder sieht die Welten soweit voneinander entfernt?
00:23:43: Und es geht doch vielleicht gar nicht anders.
00:23:45: hier mehr die Anwendung, hiermehr die Beweisführung – is halt so!
00:23:49: Ja also das Dilemma der Hochschoolen ist ja, dass sie am Ende sozusagen einen bestimmten Level erreichen möchten und dieser Level soll nicht weniger werden.
00:24:00: Schulen haben vielleicht ein bisschen ihre Lehrpläne ausgedünnt, was die Inhalte angeht.
00:24:07: So dass die Lücke vermutlich eher größer als kleiner geworden ist.
00:24:13: aber man versucht natürlich darauf zu reagieren.
00:24:15: es gibt schon lange Vorkurse Aber man versucht auch durch die Anpassungen der Veranstaltungen, der Curricula in den Hochschulen dafür zu sorgen dass dieser Übergang funktioniert.
00:24:30: Aber trotzdem ist er für die Beteiligten unter Umständen schwierig denn in der Schule gibt es Mathematik als allgemeinbildendes Fach und eben das ist nicht das einzige Ziel, das von aus der Schulklasse von sagen wir fünfzwanzig Personen eine vielleicht Mathematik studiert und die anderen vierundzwanzig müssen sozusagen das lernen, was der lernen soll.
00:24:56: Der Mathematist studieren soll sondern es geht ja darum allgemeinbildenden Mathematikerunterricht an der Schule zu machen, der zwar eine gute Vorbereitung auf das Studium ist aber eben nicht perfekt nur ein Mathematiksstudium im Blick
00:25:09: hat Wenn man sich so vorbereitet ergriffert uns ein bisschen guckt rechts und links ist auch häufig synonymartig schon fast bei Mathematika von Rechnen die Rede.
00:25:19: Ist das etwas, wo Sie auch sagen ja es kann man synonym gebrauchen oder ist das etwas ganz anderes nach Ihrem mathematischen Verständnis?
00:25:27: Rechnen und Mathematik wie weit ist das auseinander?
00:25:30: was da das miteinander zu tun?
00:25:31: weil das häufig wie gesagt im Netz fast schon gleich bedeutend benutzt wird.
00:25:36: ist das richtig?
00:25:36: ich glaube dass es sehr weit auseinander Und ich habe mich auch damals ein bisschen gestört, als die Stiftung Rechnen sich gegründet hat.
00:25:44: Weil ich es lieber gehabt hätte wenn das Mathematik geheißen hätte.
00:25:50: Denn Mathematika ist eben viel mehr als rechnen und wenn man es reduzieren würde auf dieses Rechen dann würden eben die ganzen anderen allgemeinen Kompetenzen über die wir schon gesprochen haben hinten runterfallen.
00:26:02: also Problemlösen modellieren Darstellung verwenden kommunizieren argumentieren das Kalküle ausführen, was man auch in Mathematik macht.
00:26:14: Aber das ist nicht sozusagen das Einzige.
00:26:17: Es gibt es sicherlich in jedem Fach egal ob das Romanistik ist Biologie, katholische Theologien in ein oder anderen... Studenten ja nach einem Semester sagt, das ist nichts für mich.
00:26:28: Ich packe das nicht oder es trifft nicht meine Interessen.
00:26:31: Das kommt sicherlich auch in der Mathematik vor und kommt es da überdurchschnittlich häufig vor weil der Gap zwischen Schule und Hochschule so groß ist?
00:26:38: Oder gibt's da keine Auffälligkeiten ihrer Beobachtung nach?
00:26:42: Also Mathematika hat sicher höhere Studienwechseler- oder Abbruchquoten als andere Fächer wobei möglicherweise vergleichbar ist mit naturwissenschaftlichen Studiengängen.
00:26:55: Außerdem Mathematik-Studium ist nicht immer gleich Mathematiksstudium, also man kann Mathematika studieren mit dem Ziel ein einfach Bachelor oder Master Studium zu absolvieren.
00:27:07: Man kann aber auch einen sogenannten Zweifach-Bachelor studieren der das Ziel Lehramt hat und kann andere Lehramtsstudiengänge studieren.
00:27:17: Viele studieren das Fachmathematik, aber teilweise mit sehr unterschiedlichen Zielen.
00:27:22: Jetzt gibt es ja viele Mathematikstandorte in Deutschland, logischerweise fast an jeder Universität wenn ich das so richtig im Überblick habe.
00:27:30: Gibt es etwas was die Universität Münster da auszeichnet?
00:27:34: Vielleicht können Sie das mal beschreiben, gibt es hier Schwerpunkte?
00:27:38: wie ist die Zusammenarbeit auch der unterschiedlichen Bereiche?
00:27:42: Also Münster hat ja ein Exzellenzklaster in der Mathematik und das ist natürlich eine besondere Auszeichnung für den Standortmünster.
00:27:50: Das hat zur Folge, dass wir sehr viele Personen haben die bei uns im Fachbereich arbeiten, die auch teilweise eben von weit her kommen.
00:27:58: und das zweite Besondere vielleicht an unserem Cluster ist, dass die theoretischen Mathematiker und die angewandten Mathematika sich gut vernetzen Zusammenarbeit gibt, die es vielleicht nicht überall in der Form gibt.
00:28:14: Also das ist natürlich schon auch was Besonderes zu sehen.
00:28:17: Ich bin ja jetzt fast Adidaktik aber sozusagen zu sehen wie die herausragenden Mathematikerinnen und Mathematika hier in Münster zusammenarbeiten und forschen.
00:28:28: Und das strahlt in gewisser Weise ja auch aus auf die Lehre Denn wir haben einfach viele Personen und wir haben ein sehr reichhaltiges Angebot, auch an Lehrveranstaltungen was man sonst vielleicht nicht so einfach
00:28:40: hat.
00:28:41: Jetzt sind Sie wie Sie ja selber nochmal gerade gesagt haben die Daktiker achten außer auf einen besonderen Aspekt.
00:28:48: Haben sie damit den Mathematikern, die die reine Lehre verkünden wollen in Anführungsstrichen.
00:28:53: Manchmal so ihre Probleme und Nöte weil sie eher auf die Vermittlung achten?
00:28:57: oder ist das kein Gegenteinander?
00:28:58: Das muss jetzt gar nicht im Bezug hier auf die Situation der Münzer sein sondern ganz allgemein.
00:29:03: Wie schwer hat es man als Diaktiker da auch gegen an zu kämpfen oder seine Interessen durchzusetzen oder auf bestimmte Punkte hinzuweisen oder ist eigentlich immer ein gutes Miteinander?
00:29:15: Also ich habe nicht das Gefühl, dass sich kämpfen muss.
00:29:17: Im Gegenteil wir können uns gut austauschen und wir können es natürlich auch gut ergänzen wobei eben Hochschuldidaktische Fragen auf diese ja gerade eher so anspielen nur ein kleiner Teil der didaktik Wissenschaft ist, den ich vertrete.
00:29:34: Aber ja auch diese Fragen sind spannend und wir können natürlich in unseren eigenen Vorkursen zum Beispiel an der Uni Münster Dinge erforschen die wir gerne wissen möchten.
00:29:48: Sie sind schon einige Jahre ergriffert.
00:29:50: Ich habe es ja in Ihrer Wieter gesagt, in den Hochschulen unterwegs kennen sich an mehreren Hochschulenaus, Karlsruhe, Köln und jetzt eben auch Münster über einen langen Zeitraum über einigen Jahrzehnte jetzt schon.
00:30:01: Wir haben sie auch die Curricula in den vergangenen Jahren oder Jahrzehn vielleicht auch verändert.
00:30:05: Wie hat sich das Fach aus ihrer Beobachtung und dem Zugang zu dem Fach auch verändert?
00:30:11: Also Mathematik ist natürlich in gewisser Weise ein traditionelles Fach und ein normales Mathematistudium würde Ein fast allen Standorten mit Linearalgebra und Analyses anfangen.
00:30:22: Aber klar gibt es viele Anpassungen für die Fachmathematik, insbesondere denken wir ja auch über die Gymnasiallehrkräfte nach, die eben auch typischerweise mit einem solchen Fächerkanon beginnen.
00:30:37: aber wir haben in Münster zum Beispiel für diesen Studiengang ausschließlich schon einzelne Veranstaltungen, die eben stärker auf die Bedürfnisse der angehenden Lernstudierenden eingehen können.
00:30:50: Und was sich vielleicht auch verändert hat ist dass wir im Stärker vernetzen die Fachwissenschaft und die Fachdidaktik in einigen Lehramtsstudiengängen so das wir die direkten Verknöpfung da herstellen Und ich denke, das wird sich auch in Zukunft noch weiterentwickeln.
00:31:09: Gerade arbeitet die KMK an einer Neuauflage der Kompetenzen für die Lehrkräftebildung und in diesen Diskussionen wo ich auch beteiligt bin sieht man dass wir eben stärker Wert darauf legen die verschiedene Lehrämter aufbauend miteinander zu vernetzten und auch die zweite Phase der Lehrkräftebildung stärker einzubeziehen
00:31:32: Wenn ich mir jetzt vorstelle, Herr Griffrath, dass sich mein Mathematikstudium beendet habe und Lehrer geworden bin.
00:31:37: Und das im Jahr zwanzig-fünfzwanzig dreißig Jahre lang mache, wäre es dann vielleicht auch ratsam nochmal an die Hochschule zurückzukehren?
00:31:43: Vielleicht noch mal in Kontakt mit der Wissenschaft zu suchen, die ja auch Fortschritte gemacht hat?
00:31:48: Auch die Daktik entwickelt sich immer weiter.
00:31:51: oder würden sie sagen Nein!
00:31:52: Mit dem Studium bist du dann schon gut ausgebildet und dann kannst du dreißzig fünfdreißig jahrelang Lehrer werden und als Lehrer arbeiten.
00:31:59: Also der eine Gedanke ist natürlich, dass wir unsere Lehrkräfte so ausbilden, dass sie auch selbstständig sich weiterentwickeln können.
00:32:05: Aber natürlich würde ich auch empfehlen, sich aktiv weiter fortzubilden wie man das am besten macht also ob ihr Weg sozusagen an die Hochschule zurückzugehen, der richtige Weg ist und der effektivste Weg oder ob es besser wäre durch Fortbildungen den Kolleginnen und Kollegen an den Schulen gemeinsam.
00:32:30: Das würde ich eher positiv sehen, wir engagieren uns auch für Fortbildungen für Lehrkräfte in den großen Programmen.
00:32:39: In Mathematik gibt es ja jetzt zwei Zehn-Jahresprogramme für fortbildungsaktivitäten in Deutschland, Kvarmat und Startchancen Und da engagieren wir uns auch von unserer Arbeitsgruppe und natürlich auch viele andere Standorte in Deutschland.
00:32:56: Unis und Fortbildung kann da sehr gewinnbringend sein, wird uns auch weiterbringen.
00:33:03: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten an die Bildungspolitik in Punktumathematik, gäbe es da etwas?
00:33:09: Das ist immer ein umkämpftes, viel diskutiertes Fach.
00:33:15: Was wird an den Schulen so beigebracht, an den Hochschulen?
00:33:18: Wie können wir mehr Begeisterung für dieses Fach?
00:33:21: Kann die Politik vielleicht noch was tun?
00:33:26: Wir merken an vielen Stellen, dass uns Ressourcen fehlen.
00:33:29: Also es gibt teilweise zu wenig Lehrkräfte und zu wenige Personen die Fortbildung durchführen können.
00:33:37: Es gibt teilweise auch zu wenigen Personen, die gute Aufgaben entwickeln für Tests oder Abschlussprüfungen.
00:33:46: also insgesamt gibt es natürlich Ressourcenprobleme.
00:33:51: Aber die gibt es vermutlich auch in anderen Fächern und ich würde es ein bisschen unfair finden, wenn ich jetzt das nur für die Mathematik einfordere... Heute
00:33:58: dürfen Sie sich alles wünschen!
00:34:00: Und sozusagen ging.
00:34:02: es soll nicht sozusagen gegen die Anderen wirken sondern sozusagen eher ein Miteinander sein.
00:34:06: man muss das ja als gesamtes Bild sehen.
00:34:09: wir wollen ja dass unsere Kinder nicht nur Mathe nachher gut können sondern die anderen Fächer eben auch und ich glaube wir brauchen einfach mehr Energie um unser Schulsystem moderner zu machen und da kann Mathematik auch sehr von profitieren.
00:34:25: Mit welchen Erwartungen auch in Punkte Berufe kommen die Studierenden heutzutage an einer Hochschule wie Münster beispielsweise?
00:34:32: Sind das schon sehr konkrete Erwartung?
00:34:34: oder schaut man erst mal was sich aus dem Fach so ergibt, wie man vorankommt Weil es ist ja jetzt kein Studium, was ganz eindeutig auf irgendein Beruf zuläuft.
00:34:45: Wie beispielsweise in den Rechtswissenschaften, wo man dann vielleicht nach rechtsermalt wird oder richter.
00:34:51: Wir sehen da so die Berufschancen und auch die Berufsperspektiven von den Studierenden
00:34:56: aus?
00:34:57: Also ich glaube, die Berufschancen und Perspektiven von Mathematikerinnen und Mathematikern sind generell gut.
00:35:03: Wobei sie jetzt gerade ja vermutlich nur die angesprochen haben, die nicht ein Lehramtsstudio machen... Das stimmt!
00:35:08: ... denn bei denen ist der Beruf eigentlich vorher schon klar.
00:35:13: Bei den anderen ist es eben so, ich meine Sie lernen neben dem Fachwissen in der Mathematika auch noch logisches Denken, Abstraktionsvermögen, Kreativität was wir schon häufiger angesprochen haben, heute komplexe Probleme zu lösen und zu strukturieren.
00:35:31: Und das ist eben in vielen Bereichen gefragt und damit hat man natürlich als Mathematikerin oder Mathematika in vielen bereichen die Chance zu arbeiten.
00:35:41: Das könnte eine Unternehmensberatung sein aber das könnte auch eine Versicherung sein und da gibt es eben viele Bereiche.
00:35:51: Und natürlich gibt es auch noch die Uni, an der man arbeiten kann als Mathematikerin oder Mathematika.
00:35:57: Also man hält sich eben vielleicht viele Chancen offen und das kann gut sein wenn man sehr viel Spaß in Mathematik hat.
00:36:06: Letzte Frage Griffert, was möchten Sie all denen draus mitgeben, die vielleicht heute noch beim Stichwort Mathematikk zusammenzucken?
00:36:17: Gibt es da etwas, wo Sie sagen, das ist eigentlich meine Botschaft.
00:36:20: Das ist etwas, was ich euch für Mathematik vielleicht auch noch packen und begeistern
00:36:25: kann?
00:36:26: Also es gibt zum Beispiel ein sehr schönes Mathematikkuseum in Gießen, wo man sehen kann dass Mathematika in allen möglichen Bereichen sehr interessant ist und dass man mit Mathematiken spielen kann und dass Matematik erfahren kann und jeder Mathematiker verstehen kann.
00:36:41: Und das ist im Grunde die Botschaft.
00:36:43: Ich glaube jeder kann Mathematica verstehen Und es macht Spaß.
00:36:48: Ja meine sehr verehrten Damen und Herren, das Image von Mathematik ist vielleicht nicht das allerbeste.
00:36:53: Viele nehmen's als angstfach wahr.
00:36:55: Von unserem Gast Prof.
00:36:57: Griffert haben wir heute erfahren und eindrucksvoll erfahren dass Mathe auch toll ist!
00:37:01: Das ist ein schönes Fach, ein einfaches, was allgegenwärtig ist, das man häufig braucht ohne dass man jetzt vielleicht so im Alltag im Markt, dass auch über die Mathematik hinaus ein Nutzen besteht.
00:37:14: Beispielsweise bei einem Problemlösen.
00:37:17: Es fördert das Abstraktionsvermögen, die Kreativität und das logische Denken.
00:37:21: Das sind doch alles gute Argumente sich tatsächlich für Mathematika zu begeistern, ganz davon abgesehen, dass man sehr gute Berufschancen damit hat.
00:37:30: Und wer all das nicht glauben will dem sei empfohlen einen Besuch beim Mathematikkuseum in... da kann man erfahren, wie schön es ist und wie nützlich es ist.
00:37:40: Ich danke Ihnen jedenfalls sehr für dieses Gespräch heute.
00:37:42: Danke Herr Greffrate!
00:37:44: Sehr gerne vielen Dank.
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